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17.01.2008, 15:26 Uhr
Die Entstehung und Entwicklung Wolbecks
Kurzer Abriß über Wolbecks Geschichte von Bezirksvertreter Werner Lohmann
W o l b e c k , seit der kommunalen Neuordnung vom 1.1.1975 Stadtteil Münsters im Stadtbezirk Münster-Südost zusammen mit den Stadtteilen Angelmodde und Gremmendorf, zählt nach aktuellem Stand 8900 Einwohner, der Stadtteil Münster-Südost 27.2oo Einwohner. Bei der kommunalen Neuordnung 1975 waren es 5.545 Wolbecker die Münsteraner wurden.
1185 wird "Walbeke", "Siedlung am Waldbach" , erstmals urkundlich erwähnt; im Laufe der Jahrhunderte erscheint die Siedlung als "Woltbecke", "Waltbieke", "Walbecke" und eben "Wolbeck". Münsters 27. Bischof Ludolf von Holte + 1247 ließ die erste befestigte und wehrhafte Burg bauen, die letztlich bis zur Abtragung 1767 gestanden hat. Wobei der Bergfried gar erst 181o wegen Baufälligkeit gestürzt wurde. Das Stein- material der Wolbecker Burg wurde zum großen Teil für den Neubau des fürstbischöflichen Schlosses in Münster verwendet. Fürstbischof Florenz von Wevelinghoven 1364 - 1379 ließ die Burg zum Schloß von erwähnenswerter Größe aus- und umbauen: ein langgestreckter zweistöckiger Zentralbau von 75 m Länge, 17,75 m Breite und einer Höhe von 18,75m, gesichert durch starke Mauern, hohe Erdwälle und tiefe Wassergräben. Gleichzeitig wurden in Wolbeck die ersten Wassermühlen erbaut, mit deren Stauwerken die Niederungen der Angelwiesen überflutet werden konnten.
Das erste Wolbecker Siegel von 1510 zeigt nur einen Baum, wohingegen das Siegel aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts drei Bäume zeigt: ein mächtiger Ahornbaum, in dessen Zweigen zwei Vögel sitzen, beschattet zwei junge Buchen. Diese Baumgruppe wächst aus einem hell gewellten Untergrund, der offenbar die Angel darstellen soll. Die Umschrift lautet; "Sigillum civitatis de Woltbecke". Die Besonderheit dieses Siegels:
einziges heraldisches Vorkommen eines Ahornbaumes in Deutschland!
Fürstbischof Eberhard von Diest, 1272 - 13o1 - verlieh erstmals Wigboldrechte an Wolbeck. Sein Grab liegt im Mittelgang des Langhauses unseres Domes in Münster.
Ein Wigbold umschreibt eine Gemeinwesen, das die Stadtrechte nicht ganz erreichte,
- Befestigungsrechte
- Marktrecht (für Wolbeck 1357 urkundlich bezeugt)
- eigene Gerichtsbarkeit
- beschränkte Finanzhoheit
stehen einem Wigbold, wie Wolbeck es war, zu.
Die Pfarrgründung, entstanden aus Teilen der Urpfarreien Albersloh und Telgte, ist für 1233 bezeugt, der erste Bau einer Kirche um 13oo, wovon der romanische Unterbau des Westturmes Kunde gibt. 1389 kauft Hermann von Merveldt einen Burgmannshof und baut eine eigene Burgmannschaft auf, die teils aus der Ritterschaft, teils aus Männern des gemeinen freien Standes entstammte. Der auf der Schwelle von der Spätgotik zur Renaissance zwischen 1545 - 1557 entstandene Drostenhof wurde vom Ehepaar Dirk von Merveldt und seiner Ehefrau Drüke von Nagel errichtet, wobei das Torhaus das älteste Bauelement darstellt, das noch gotische Stilelemente aufweist, während der nach der Wiedertäuferzeit errichtete Hauptbau ganz die Gestaltung im Stile der Frührenaissance bietet.
Dieser Hauptbau ist eindeutig das bedeutendste Renaissance- denkmal Westfalens. Eine über 5oo Jahre alte Eibe im Park des Drostenhofes stellt eine einzigartige Besonderheit dar: älteste und größte Eibe weit und breit!
Das Fürstbistum Münster, bis zur Säkularisierung 18o3 bestehend, -der letzte Fürstbischof war der Sohn der Kaiserin Maria Theresia- Maximilian Franz, Großherzog von Österreich - war in neun fürstbischöfliche Ämter gegliedert: Ahaus, Bocholt, Dülmen, Horstmar, Rheine-Beverungen, Sassenberg, Stromberg, Werne und Wolbeck, von denen das Amt Wölbeck das größte war.
Zum Verwaltungsraum Wolbeck gehörten: Ahlen, Albachten, Albersloh, Altenberge, Alverskirchen, Amelsbüren, Angelmodde, Beckum, Bösensell, Dolberg, Drensteinfurt, Everswinkel, Gimbte, Greven, Handorf, Heesen, Hembergen, Hiltrup, Hoetmar, Mauritz, Nienberge, Nordwalde, Ostbevern, Rinkerode, Senden, Sendenhorst, Telgte, Uentrop, Vellern, Vorhelm, Westbevern!
Als Preußen nach der Besitznahme des ehemaligen Fürstbistums 18o3 begann, das erworbene Gebiet in Kreise einzuteilen, wäre Wolbeck beinahe Kreisstadt des geplanten "Angelkreises" mit Ahlen und Sendenhorst geworden. Letztlich indes kam ein Landkreis Münster zustande, der bis zum 31.Dezember 1974 bestand. In der "Napoleonzeit" fiel Wolbeck durch die Proklamation vom 24.o7.18o7 an das von Napoleon geschaffene, von seinem Schwager Murat geleitete Großherzogtum Berg; 1811 - 1815 wurde Wolbeck dem Empire eingegliedert: die Wolbecker waren zu Franzosen geworden.
Besondere Bedeutung erhielt Wolbeck während der Wiedertäuferepoche 1534/36. Fürstbischof Franz von Waldeck residierte in Wolbeck, wo am Dreikönigstag 1536 die Todesurteile gegen den König der Täufer Jan van Leyden sowie gegen den Statthalter Knipperdollink und Bernd Krechting verhängt wurden, die am 22. Januar 1556 auf dem Prinzipalmarkt vollstreckt wurden. Die grausame Hinrichtungsart entsprach indes dem damals gültigen Reichsstrafgesetzbuch, der "constitutio criminalis Carolina", das 1532 durch Kaiser Karl V. nach dem Muster der Bambergischen Halsgerichtsordnung für die "peinlichen Verbrechen" erlassen worden war.
Für die Dauer der Wiedertäuferherrschaft und deren Überwindung kommt Wolbeck nicht unerhebliche Bedeutung zu. Die Belagerung Münsters wurde von Wolbeck aus geleitet, fünf Männer, zwei Frauen, ein Kind wurden als Täufer in Wolbeck mit dem Schwert hingerichtet, Hille Feiken, dem Vorbild der alttestamentlichen Judith folgend, wollte den Fürstbischof verführen und ihn dabei ermorden; ihr Vorhaben wurde entdeckt und unter der in Wolbeck durchgeführten Folter gestand "die schöne Friesin", eine überzeugte Täuferin, ihr Vorhaben. In Bevergern wurde sie enthauptet. Selbst die Merveldts traten zur Wiedertäuferbewegung über.
Es halten sich in Wolbeck die beiden Bruderschaften: 156o wurde zuerst die für unverheiratete Männer bestimmte Nicolai-Bruderschaft gegründet. Erst 1619, in der Anfangsphase des Dreißigjährigen Krieges, die Achatii-Bruderschaft für verheiratete Männer, deren ursprüngliche Zielsetzung die Sorge um die Verwundeten und Gefangenen war. Während der Pest jähre 1635/36 waren es gerade Mitglieder der Bruderschaften, die Kranke umsorgten und Tote bestatteten. Die Toten von 1635/36 wurden am Kellingholz nahe dem Forsthaus in einem Massengrab bestattet.
Beide Bruderschaften wurzeln in strengen Regeln, die auch heute noch verpflichtend sein sollen. Den Höhepunkt des Jahres bilden beide Schützenfeste mit der Kür des Schützenkönigs, wobei der Präses, der Ortspfarrer, und der noch amtierende Schützenkönig das Recht auf die beiden ersten Schüsse innehaben. Die nach dem Kriege zugewanderten, oft nicht katholischen Mitbürger, denen der Zugang zu beiden Bruderschaften verwehrt war - heute erhalten auch evangelische Mitbürger die Mitgliedschaft - gründeten für sich das "Allgemeine Bürgerschützencorps".
Zeuge der fürstbischöflichen Zeit ist das ehemalige forstbischöfliche Jagdgebiet, der 13oo Morgen große Tiergarten. Heute viel besuchtes Naherholungsgebiet mit Besonderheiten der Fauna und Flora.
Die Errichtung des Schulzentrums mit Haupt-, Realschule und Gymnasium 1968 erhöhte ungemein den Wohnwert Wolbecks, wobei in den Siebziger Jahren das Gymnasium das zahlenmäßig größte Gymnasium Münsters mit nahezu 14oo Schülern war.
Ein Alten-Pflegeheim "Haus Heidhorn" ist jüngst entstanden. In Planung steht ein Neubaugebiet "Wolbeck-Nord" mit etwa 600 Wohneinheiten, so wird Wolbeck auf über lo.ooo Einwohner anwachsen, was nach dringender Lösung der lastenden Verkehrsprobleme ruft. Die Schaffung einer Westumgehung Wolbecks ist eines der primären Ziele der CDU-Ortsunion Wolbeck. Mit Franz-Pius Graf von Merveldt ist die CDU-Ortsunion im Rat der Stadt Münster vertreten; mit Martin Peitzmeier, Theodor Kuhlenkötter und Werner Lohmann in der Bezirksvertretung Münster-Südost, wo sich die CDU als moderne Bürgerpartei repräsentiert und sich für die Steigerung der Wohnqualität in Wolbeck einsetzt.

Der Artikel über die Entstehung Wolbecks wurde uns dankenswerter Weise von Werner Lohmann zur Verfügung gestellt.

aktualisiert von Wolbeck, 17.01.2008, 15:31 Uhr
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